Beispiele: Ein Überblick

Es existieren eine Reihe von verschiedenen Konzepten und Modellen, die Anreize für Schulen bieten können, Energie zu sparen. Die wichtigsten sind hier in aller Kürze dargestellt:

Prämiensysteme
Bei Prämiensystemen bzw. Beteiligungsmodellen können Schulen einen Teil der eingesparten Energiekosten für schulische Zwecke oder für energiesparende oder zumindest ökologische Investitionen und Projekte in der Schule verwenden. Die Gewinnaufteilung differiert je nach Modell stark. Die Schulen erhalten in der Regel zwischen 25% und 50% der Kosteneinsparungen als Prämie. Bei einigen Modellen werden auch aktive Hausmeister finanziell beteiligt.

 

fifty/fifty ist ein Konzept der Hamburger Behörde für Bildung und Sport (BBS), das seit über 15 Jahren drei Zielsetzungen erfolgreich miteinander verbindet. In pädagogischer Hinsicht erzieht fifty/fifty die Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie, Wasser und Abfall; in ökologischer Hinsicht leistet fifty/fifty durch die Reduzierung der CO2-Emissionen der Schulen einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz und in ökonomischer Hinsicht trägt fifty/fifty durch die Reduzierung der Betriebskosten der Schulen zur Haushaltskonsolidierung bei. Weitere Informationen finden sich auf der fifty/fifty-Homepage.

 

In Bremen wurde 1994 das Projekt „¾“ eingeführt und 1997 zum „¾ plus“-Projekt erweitert und um eine Prämie für die Schulhausmeister ergänzt. Das „plus“ soll die Förderung der pädagogischen Aktivitäten hervorheben. Das Modell dient vor allem als Beispiel für eine Beteiligung der Hausmeister zur Motivation. Nähere Informationen hier.

 

 

Das pädagogische Prämienmodell verzichtet fast gänzlich auf eine Bilanzierung der Energieeinsparungen. Es wird nicht die absolute Höhe der Einsparung zur Prämienermittlung herangezogen, sondern die Projekt-Aktivität in den Schulen. Mit Hilfe eines Fragebogens werden Maßnahmen und Aktionen in den Schulen in Form einer Punktevergabe festgehalten, die am Ende des Schuljahres mittels eines Schlüssels (relativ zu den Schülerzahlen einer Schule) in eine Prämienzahlung umgerechnet wird. Ergänzt wird der Fragebogen durch einen Projektbericht, den die Schule erstellt. Informationen finden sich hier.

 

Budgetierung
Bei der Budgetierung von Betriebskosten einschließlich der Energiekosten wird den Schulen ein festes jährliches Budget zugewiesen mit dem Anreiz, dass bis zu 100 % der erzielten Ein- sparungen ins Folgejahr übertragen werden können und den Schulen aufgrund der gegenseitigen Deckungsfähigkeit der Sach- ausgaben der Betrag zur freien Verfügung steht. Hintergrund ist die Annahme, dass Schulen selbst am besten wissen, wie sie (Energie-)kosten einsparen können. Langfristig soll durch die Deckelung der Energiekosten und durch eine eventuelle Budget- anpassung auch für den Schulträger eine Kosteneinsparung erzielt werden.

 

Energiesparwettbewerbe
Bei Energiesparwettbewerben, die einmalig oder regelmäßig zwischen Schulen eines Schulträgers ausgetragen werden, steht neben materiellen Anreizen (Prämie, sonstige Preise) der Wett- bewerbscharakter in Form eines Rankings zwischen den beteiligten Schulen im Vordergrund. Wettbewerbskriterien können zum Beispiel die erzielten Energieeinsparungen oder besondere Projekte und Aktionen sein. Auch Ideenwettbewerbe sind möglich. Wettbewerbsmodelle können meist von einer guten Öffentlichkeitswirksamkeit profitieren.

 

Internes Contracting
Über ein internes Contracting können energiesparende investive Maßnahmen aus einer Haushaltsstelle für Energiekosten vorfinanziert werden. Diese Investitionen refinanzieren sich aus den eingesparten Energiekosten. Dabei findet jedoch in der Regel keine Nutzereinbindung statt. Eine Ausnahme bildet hier das interne Contracting über schulische Energieagenturen. Hier werden durch Engagement von Schülerinnen und Schülern über eine Schülerfirma Kapital und Ideen aufgebracht. Die Projektabwicklung erfolgt über einen Vertrag mit dem Schulträger analog einem externen Contractor.

 

 

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